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frühlingsbeginn..

Wie wundersam ist doch ein Hügel,
der sich ans Herz der Sonne legt,
indes des Winds gehaltner Flügel
des Gipfels Gräser leicht bewegt.
Mit buntem Faltertanz durchwebt sich,
von wilden Bienen singt die Luft,
und aus der warmen Erde hebt sich
ein süsser, hingegebner Duft.

10.4.07 21:06, kommentieren

machtgier

Tief hinter der Grenze weinen Kinder, kämpfen um Nahrung, heben ihre Hände, teilen ihr Brot mit Steinen. Überall am Strassenrand stehen Menschen, sehen der Sonne zu und Schirmen ihre Augen ab. Sie wünschen sich die Fliegen aus dem Gesicht. Sag mir, was kannst du sagen? Wen kannst du verantwortlich machen? Wie in einem Spiegel siehst du dich selbst. Jeder dieser Menschen hat einen Namen. Überall in der Stadtgemeinde sterben junge Menschen an Hunger und an Durst. Der Brunnen ist ausgetrocknet. Mit ihren Tränen nährt sie ihren Sohn. Du kannst sagen, dass du dich zurückziehst. Wir sehen diese Bilder überall, doch wir wissen nicht, was hinter diesen verschlossenen Türen vor sich geht. Und es scheint dich nicht zu kümmern. Erwartest du von mir, dir zu glauben? Du kannst dein Pferd zum Wasser hinunterführen, ihm ein Gewehr an den Kopf halten und es zwingen, zu trinken. Egal was du sagst, es wird nie besser werden. Egal was du tust, wir werden niemals eine Veränderung sehen. Menschen leben ohne Recht, ohne ihre Würde. Wie laut muss ein Mensch rufen, um sein Recht auf Freiheit zu erlangen? Du kannst deinen Spielzeugsoldaten befehlen, Schwarz und Weiss nicht zu trennen. Doch wenn der Nebel sich lichtet und das Blut aufhört, zu fliessen, wie kannst du dann nachts schlafen? Was macht dich so gross und mächtig, was qualifiziert dich, dass du hier sitzen kannst und bestimmst, wiviele Freiheit besitzen und wieviele mehr sterben? Du hast dich selber dazu bemächtig, Urteile zu fällen. Versuchst du, Gott zu spielen? Eines Tages wird es kein Geld mehr geben, so wie es dich eines Tages auch nicht mehr geben wird. Wir werden niemals eine Veränderung sehen, egal was du tust.

10.4.07 21:29, kommentieren

verlieren

wenn ich wüsste, was in deinem kopf vorgeht
wenn ich wüsste, was du denkst, wie du denkst
wenn ich wüsste, was dich davon abhält, dich zu erinnern
was dich davon abhält, deine träume voller hoffnung in den wind zu werfen
wenn ich wüsste, was dich zu dem macht, was du jetzt bist
es würde mir nicht helfen
es würde mich nichts nützen
was man weiss, das macht man heiss
und was ich weiss, macht mich nicht zu einem besseren menschen
ich habe immer gedacht, alles wäre teilbar, wenn man will
doch wenn man nicht will...
ich habe gedacht, und gott nochmal, ich habe gehofft,
es würde alles wieder so sein können, wie es einst war
doch ich merke, menschen ändern sich
und doch bleiben sie immer gleich
wir sind so undurchsichtig,
wie die geister, die langsam verschwinden
wie der wind, der erinnerungen davon trägt
und der vulkan lodert, aber er wird niemals ausbrechen
die leere in dir füllt sich nicht mit erinnerungen
sondern mit hoffnung
unberührte, unausgesprochene gedanken
ich möchte meine träume teilen
für immer
und wenn es mit einem stein ist
und plötzlich merke ich, dass ich zu regenbögen spreche
die welt knallt mir voll vor den kopf
alles was ich habe, ist nichts wert, wenn ich es nicht teilen kann
ich habe nicht viel
ich will nicht viel
ich brauche nicht viel
alles, bis auf mein leben
und ich werde alles dafür tun, dieses zu retten
das leben, und alles was dazu gehört.
du warst mal ein teil davon
aber ich glaube nicht daran, dass es nochmals so weit kommen wird
obwohl ich es doch so sehr hoffe
wir haben uns so sehr verändert
wir kennen uns doch kaum mehr
ich denke an die zeiten zurück, als wir unsere namen verloren
wir haben die sterne angeschaut
und jetzt erst merke ich, dass sie uns gar nichts sagen,
denn sie sind ein spiegel
ich glaube, dass du so stark versucht, jemand zu sein,
dass du vergisst, wer du wirklich bist
und du versuchst, leere zu fühlen
du musst jemand sein, den du liebst
es gäbe tausen dinge, die ich dir sagen möchte
tausend minuten, die ich mit dir schweigen möchte
wie lange ist es her, seit wir geredet haben?
doch alles schwindet langsam
ich sehe kaum mehr etwas
es tut so weh
und ich habe das gefühl, bei dir kommt nichts mehr von herzen
sag mir, ob du glücklich bist
mehr brauche ich nicht zu wissen
und mach dir um mich keine sorgen

16.4.07 19:27, kommentieren

freunde

denkst nicht an das morgen, hoffst, es bleibt für immer so
denkst nich daran, dass es sich vielleicht irgendwann ändern könnte
kümmerst dich nicht darum, was die andern von dir denken
geniesst nur den augenblick und wünschst dir, all die netten leute bleiben für immer an deiner seite
du lachst, du weinst, du leidest, du tröstest, du lehnst dich an die schulter, du träumst und du freust dich mit ihnen
und irgendwann verändert sich dann doch alles
vielleicht nur, damit alles gleich bleibt
man verliert sich aus den augen
all die guten und schlechten zeiten sind nichts mehr als flecke in deinem bewusstsein
du denkst, es liegt an den andern
du denkst, du hast es oft versucht
vielleicht die wahrheit
vielleicht nur eine weitere lüge
doch irgendwann wirst du merken, dass man nicht aufgeben sollte, wenn die erinnerungen ständig present sind
wenn die sehnsucht zu stark ist
und wenn du jemandem zum reden brauchst
du rechnest vielleicht nicht immer damit, aber trotzdem sind sie da
vorallem dann, wenn du schon daran gedacht hast, aufzugeben
 

28.4.07 21:30, kommentieren